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Elterngeld Berechnung für Ausländer und Rückkehrer

Grundsätzlich ist es ja so, dass das letzte Einkommen aus den zwölf Monaten vor der Geburt des Kindes für die Elterngeld Berechnung herangezogen wird. Für den, der in diesem Zeitraum bereits in Deutschland gelebt hat, spielt das auch weiter keine Rolle.

Doch in diesem Zusammenhang haben sich schon viele eingewanderte Ausländer beziehungsweise zurückgewanderte Deutsche gefragt, wie bei ihnen das Elterngeld berechnet wird und ob sie sich möglicherweise nur mit dem Mindestbetrag von 300€ zufrieden geben müssen.

Diese Frage kann verneint werden, da auch bei diesem Personenkreis das Einkommen aus den zwölf Monaten vor der Geburt für das Elterngeld maßgeblich ist. Hierbei spielt es keine Rolle, in welchem Land das Einkommen bezogen wurde und ob Steuern in Deutschland gezahlt wurden. Lediglich die Einkommensnachweise müssen erbracht werden, aus denen sich das Einkommen ergibt, welches nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben (oder vergleichbaren Beiträgen) im jeweiligen Land ausgezahlt wurde. Zur Not müssen der Elterngeld Stelle die Einkommensnachweise übersetzt werden.

Zwingende Voraussetzung für das Elterngeld ist natürlich der Wohnsitz in Deutschland. Sollte das Kind aber im Ausland geboren worden sein und der Umzug später stattgefunden haben, so erlischt der Elterngeld Anspruch nicht. Der 12-Monats bzw. 14-Monats-Zeitraum bleibt auch weiterhin bestehen. Sollte das Kind als bei Umzug in die Bundesrepublik Deutschland beispielsweise schon zwei Monate alt sein, so haben die Eltern Anspruch auf Elterngeld für 10 Monate (bzw. 12 Monate bei Berücksichtigung der Partnermonate)

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29 Kommentare zu "Elterngeld Berechnung für Ausländer und Rückkehrer"

  1. Lin

    Was ist denn mit Einwanderern aus Ländern, in denen das Einkommen auf niedrigstem Niveau liegt? Es soll ja Länder geben, in denen ein monatsverdienst bei 50€ oder weniger liegt. Erhalten diese Personen dann auf dieser Grundlage das Elterngeld?

  2. Redaktion

    Hallo Lin,

    in diesem Fall greift der Mindestbetrag von 300€, wie auch bereits oben im Beitrag geschrieben. Diese 300e sind für jeden Elterngeld Bezieher garantiert.

  3. RonyaMum

    Hallo,
    Gibt es für die Anrechnung des Auslandseinkommens einen Gesetzestext auf den man sich berufen kann? Mir wurden meine drei Monate Auslandseinkommen (am Anfang des 12 Monatszeitraums) einfach nicht angerechnet, obwohl ich den Nachweis geliefert habe, und im Bescheid steht, dass ich in dieser Zeit kein Einkommen hatte. Aber im Gesetz zum Elterngeld kann ich nichts darüber finden. Kann mir jemand helfen?
    Danke!

  4. Redaktion

    Einkommen ist Einkommen. Eine spezielle Anrechnung zum Einkommen findet nicht statt, auch ist im Gesetz nichts zu finden. Mit welcher Begründung wurden die ersten drei Monate nicht berücksichtigt?

    Einspruch gegen den Bescheid einlegen und auf die Begründung warten, warum die ersten drei Monate des 12-Monat-Zeitraums nicht berücksichtigt wurden.

  5. Y. M. Jasse

    Hallo Redaktion,

    koenntet Ihr bitte eine Angabe zur Quelle/zum Gesetzestext hierzu geben auf den man sich bei den zustaendigen Behoerden berufen kann?

    Mit freundlichen Gruessen

  6. Redaktion

    Es gibt hierzu leider keinen Gesetzestext. Die Angaben in dem Artikel basieren auf einer Anfrage bei der Elterngeld-Stelle. Den Ausführungen im Gesetz ist nicht zu entnehmen, dass das Einkommen nur in der Bundesrepublik Deutschland erzielt worden darf, daher ist dies der Umkehrschluss. Die Übersetzung der Nachweise ergibt sich auch der “Pflicht”, dem Amt geeignete Unterlagen zur Verfügung zu stellen, aus denen die Elterngeld Stelle das Elterngeld ermitteln kann.

  7. Beki

    Hallo,
    im Gesetzestext zum Elterngeld steht: “Als Einkommen aus Erwerbstätigkeit ist die Summe der positiven Einkünfte aus Land- und
    Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb, selbstständiger Arbeit und nichtselbstständiger Arbeit
    im Sinne von § 2 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 bis 4 des Einkommensteuergesetzes nach Maßgabe der
    Absätze 7 bis 9 zu berücksichtigen.”
    Meines Erachtens fallen ausländische Einkünfte nicht unter das EStG und daher auch nicht unter den Anspruch zum Elterngeld.
    Auf grund welcher Regelung interpretieren Sie dies anders?
    Danke!

    • Redaktion

      siehe Kommentar vom 08. September um 10:24 Uhr

    • Albrecht

      Moin,
      so so… Ihres Erachtens sind ausländische Einkünfte nicht vom EStG erfasst. Kann das sein, dass Sie ein Schweizer sind? Der Steinbrück hat das aber offensichtlich anders gesehen, oder warum hat der sich mit den Schweizen immer gezofft.
      Also meines erachtens sind ausländische Einkünfte Einkünfte im Sinne des EStG.

  8. Mike

    Hallo Redaktion!

    Wenn ich ihren Artikel richtig interpretiere steht mir/uns also Elterngeld zu, obwohl wir mehrere Jahre nicht mehr in D gelebt und dort Steuern abgeführt haben.
    Einzige Voraussetzung wäre, dass wir unseren ständigen Wohnsitz wieder nach D verlegen und unser Kind nicht älter als 12 Monate ist.
    Gilt das auch für Ehepaare die ausserhalb der EU gelebt und gearbeitet haben, also z.B. Neuseeland? Und an wen könnte ich mich wenden um das schriftlich zu bekommen?

    Vielen Dank im Voraus!

  9. Sebbel

    Wie ist das geregelt mit den Beträgen. Wir sind aus Österreich zurück gekehrt. Das Kind kam in deutschland zur Welt. Berechnung ist ja klar, alles wurde abgegeben, allerdings verdient man in Österreich 14 Gehälter statt wie in Deutschland 12. Die Elterngeldstelle sagt nun das aber 12 Gehälter einbezogen werden, nicht 14. Ist das rechtens? Wo steht das, wo kann man das nachlesen. Ein Tipp ein Freundin in Österreich bestätigte mein Verdacht das das unrecht ist. Wenn ich 14 Gehälter verdiene, müssen auch der Lohn von 14 Gehälter berechnet werden.

    • Redaktion

      Hallo Sebbel,

      es gibt ein Urteil des Sozialgerichts Münster vom 25.09.2007 (AZ: S 2 EG 26/07), welches besagt, dass Einmalzahlungen und Gratifikationen nicht berücksichtigungsfähig sind. Demnach sind bei Ihnen tatsächlich nur 12 Monatsgehälter anzusetzen, da das 13. und 14. Monatsgehalt die Gratifikationen darstellen.

      Diese fallen unter “Sonstige Bezüge” nach § 38 Abs. 1 Satz 3 EStG, und sind somit durch § 2 Abs. 7 Satz 2 BEEG von der Anrechnung ausgeschlossen. Zitat des Gesetzestextes:

      “Sonstige Bezüge im Sinne von § 38a Abs. 1 Satz 3 des Einkommensteuergesetzes werden nicht als Einnahmen berücksichtigt.”

  10. sebbel0311

    Wo kann man berechnen wieviel Elterngeld/Karrenzgeld man in Österreich bekommt? Pro Familia hat uns die Auskunft gegeben das wir wenn wir nach Deutschland zurück kehren, nicht weniger bekommen dürfen wie in Österreich.

  11. sunny

    Hallo Redaktion,
    wie ist das – mein Freund (Kameruner) hat hier studiert, ist nach dem ersten Kind nach Kanada um dort weiter zu studieren.Arbeitet jetzt dort etwas mehr als 1,5 Jahr und kommt jetzt wieder zurück vor der Geburt des 2.Kindes um hier wieder bei uns zu leben.Hat er vollen Anspruch auf Elterngeld, auch wenn er seine Arbeit dort wegen der Geburt abgebrochen hat und hier vielleicht noch keine neue Stelle hat ???

    • Christian

      Haben ein ähnliches Problem, meine Freundin arbeitet in der Schweiz, wohnt auch dort und ist nun schwanger.
      Eigentlich haben wir uns gefreut, da aufgrund des schweizer Einkommens sogar der Höchstbetrag gezahlt wird.
      Eine Beratung beim Jugendamt hat unse jedoch einen Strich durch die Rechnung gezogen, den ab dem 01.01.2011 wird KEIN AUSLÄNDISCHES EINKOMMEN mehr berücksichtigt. D.h. es gibt nur noch den Mindestbeitrag von 300,00 €. Dumm gelaufen. Hilft nur noch klagen, aber dazu muss erst der endgültige Beschluss vorhanden sein.

      • Mag

        Hallo Christian,
        Hallo Redaktion,

        Habe aehnliches Problem. Habe davor in den USA gearbeitet und die Elterngeldstelle hat mir im letzten Jahr auch zugesagt, dass mein Einkommen zur Berechnung des Elterngeldes beruecksichtigt wird. Ab 01.01.2011 gibt es jedoch nur den Mindestbetrag von 300,00 Euro.
        Wie kann man dagegen klagen, da dies ja im Elterngeldgesetzt jetzt neu geregelt wurde? Habe den Beschluss schon in der Hand.

  12. Katrin

    Laut http://www.bafoeg-aktuell.de/cms/soziales/elterngeld/ wird nach wie vor in D/EU/Schweiz versteuertes Einkommen zur Berechnung des Elterngeldes herangezogen.

  13. 73Lupo

    Hallo Mag, Christian und Redaktion,
    bist du (seit ihr) irgendwie weitergekommen. Ich habe das gleiche Problem: Vor ab wurde gesagt meine ausländischen Einkünfte (nicht EU oder Schweiz) wird voll angerechnet und auf einmal soll ich mich mit 300 Euro zufrieden stellen.
    Wäre klasse wenn du ein kurzes Update gibst, ob du geklagt hast oder irgendwie anders weitergekommen bist.

  14. Nadine

    Nur für die, die auf der Suche nach Antworten auch hier gelandet sind, ein Update:

    Mittlerweile steht im Gesetzestext, dass nur “Einkommen aus Erwerbstätigkeit die Summe der positiven im Inland zu versteuernden Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb, selbständiger Arbeit und nichtselbständiger Arbeit” berücksichtigt wird. Weiterhin ist Einkommen, das in einem Mitgliedsstaat der EU/ EWR oder in der Schweiz versteuert wird, nach Art. 5 VO (EG) 883/2004 im Inland versteuertem Einkommen gleichgestellt.

    Also: EU-Gehälter werden angerechnet, alles andere nicht, außer es wurde in Deutschland versteuert.

  15. 73Lupo

    Genau das gleiche sagt die Elterngeldstelle auch. Aber es widerspricht meinem Gerechtigkeitsempfinden, dass Elterngeld, mit dem vorab fest gerechnet wurde, einfach zum 01.01.2011 derart drastisch gekürzt werden konnte.
    Wurden 2010 meine ausländischen Einkünfte (nicht EU oder Schweiz) noch anerkannt, so werden sie ab 2011 einfach ignoriert. Bedeutet: Kürzung des Elterngeldes zum 01.01.2011 von 1.600 Euro auf 300 Euro……
    Widerspruchsverfahren läuft immer noch.
    Hat hier irgendwer ähnliche Erfahrungen? Wenn ja, wie weitergekommen?

  16. Vicky

    Hallo Redaktion,

    ich habe folgendes Problem. Habe in Deutschland gelebt und geabreitet. Mein Kind habe ich im Ausland geboren (Griechenland). Ich war dort 4 Monaten vor Geburt meines Kindes. Als ich in Deutschland wieder kam war meine Tochter 4 Monate alt. Die Behörde sagte ich habe keinen Anspruch auf Elterngeld, weil ich im Ausland war und dort nicht gearbeitet habe!!!Ist so was möglich?

    • Bowens Ina

      Hallo Vicky,
      weiss nicht ob dir schon jemand geantwortet hat, habe jedoch selber in USA gewohnt und dort mein Kind geboren, bin zurueck nach Deutschland als sie 4 Monate alt war und ich habe Elterngeld ohne Probleme bekommen. Habe in USA auch nicht gearbeitet.

  17. Bowens Ina

    Hallo,
    Ich haette eine Frage zu Landeserziehungsgeld. Ich bin Deutsche und meine Kinder auch, habe 16 Monate in USA gewohnt wegen der Arbeit meines Ehemannes. Wir sind im September 2011 zurueck nach Deutschland gekommen, haben jedoch 5 Jahre zuvor in Bayern gewohnt. Jetzt wurde mein Antrag auf Landeserziehungsgeld abgelehnt mit der Begruendung, dass mein Aufenthalt in Bayern weniger als 1 Jahr betraegt. Kann ich da irgendwie dagegen vorgehen? Bin verzweifelt und schockiert, kann mir da jemand bitte weiterhelfen…..

  18. Dagegen

    Also liebe Leute, wenn man euch so hört, dann meint man ihr seid wegen dem Geld Eltern geworden! Das habt ihr euch doch bestimmt vorher überlegt, was ein Kind kostet und ob ihr euch das leisten könnt. In anderen EU Staaten z.B. Spanien “hilft” der Staat den Eltern mit 100€ pro Monat in den ersten 2 Jahren, das war’s! Es gibt kein Kindergeld, Erziehungsgeld, Papa-bleibt-Hause-Geld und was es noch alles für Luxuseinrichtungen gibt.
    Mit was für einem Anspruch wollt ihr denn so viel Geld einfordern, wenn ihr wiederum in den 12 Monaten davor (oder länger) nicht einen Cent Steuern in Deutschland bezaht habt?! Ihr seid ins Ausland gegangen, habt da doch bestimmt auch nicht so viel Geld fúr eure Kinder bekommen, jetzt kommt ihr zurueck und auf einmal meint ihr, ihr habt ein Recht auf so viel Geld?! Das kann ja dann jeder machen, arbeite woanders und wenn du Kinder hast, dann wander nach Deutschland ein! Wie bequem! Die Rechnung geht doch nicht auf! Wir sind doch hier nicht bei Wünsch dir was! Ich finde, ihr könnt verdammt froh sein, wenn ihr “einfach so” 300€ bekommt! Das solltet ihr mal in irgendeinem anderen Land versuchen, die würden euch auslachen!

    • Meek

      Dafür!!!

      Ich bin Bauleiter und lebe mit meiner Frau seit 6 Jahren im europäischen Ausland. Nun ist es ja in meinem Branche so, dass wenn man nicht unbedingt ein Flughafen baut, ein Projekt irgendwann ein mal abgeschlossen ist. Nun schickt mich meine Firma zurück nach Deutschland zu einem neuen Projekt und ich werde unter keinen Umständen den Rest meiner kleinen Familie zurück lassen. Meine Frau hat 6 Jahre in der EU Steuern gezahlt und hat meiner Meinung nach Recht auf Elterngeld, ganz egal wo sie in Europa lebt. Ich denke, die Wenigsten die sich auf dieser Seite über dieses Thema informieren, sind Sozialschmarotzer die wegen dem Elterngeld einfach mal nach Deutschland ziehen, sie brauchen lediglich eine finanzielle Sicherheit. Immerhin geht es hier um Kinder!

  19. Christoph

    Hallo liebes Forum,
    unser Kind wurde im Ausland geboren und wird mit 5 Monaten mit uns nach Deutschland zurueckziehen. Ist es richtig, dass der Bezugszeitraum nun 12-5=7 Monate x 300 EUR (mindestens) ist, oder kann man diesen auch durch Betragshalbierung auf 24-5=19 x 150 EUR ausdehnen?
    Es heisst ausserdem, dass Elterngeld maximal 3 Lebensmonate vor Antragstellung bezahlt wird. Gilt das auch fuer Monate, in denen man noch im Ausland war oder nur ab dem Zeitpunkt Rueckkehr?

  20. matthias

    Hallo,
    hier ein Auszug der Seite http://www.bmfsfj.de/Elterngeldrechner/ d.h. vom Bundesministerium – recht gut verständlich…

    “Werden auch ausländische Einkünfte für die Elterngeldberechnung berücksichtigt?
    Berücksichtigt wird auch Einkommen, das in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union, in einem der Vertragsstaaten des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) Island, Liechtenstein und Norwegen oder in der Schweiz versteuert wird. Dieses Einkommen ist dem im Inland, also in Deutschland, versteuerten Einkommen gleichgestellt und wird daher für die Elterngeldberechnung zu Grunde gelegt.
    Einnahmen, die in anderen Staaten versteuert werden, werden nicht als Einkommen bei der Elterngeldberechnung berücksichtigt.”

    D.h. Einkommen aus der EU + Schweiz, Island, Liechtenstein und Norwegen wird gleichgestellt und zur Berechnung herangezogen.
    Einkommen aus anderen nicht EU-Ländern wird nicht berücksichtigt.

    Grüsse

  21. Binh

    Guten Tag, ich hätte da mal eine Frage vielleicht kennt sich jemanand damit aus oder war in einer ähnlichen Situation. Ich und mein Partner leben und arbeiten seit 5Jahren in der Schweiz und haben einen Sohn der am 4.10.2013 geboren ist und wir planen unseren Rückzug von der Schweiz wieder nach Deutschland ab1.6.2014 in Deutschland.Würde mir noch Elterngeld zu stehen auch wenn mein Kind nach der Einreise nach Deutschland schon 8 Monate alt ist und ich nach der Geburt wieder in der Schweiz gearbeitet habe und ich jetzte aufgrund des Rückzuges nach Deutschland selber gekündigt habe?

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