Wohlfahrtsverbände sehen Hartz IV als fehlgeschlagen an
Für viele Sozialverbände sind die Zahlen der großen deutschen Forschungszentren der willkommene Beweis, dass die Bundesregierung mit ihren Reformen des Arbeitsmarktes nicht allzu Gutes bewegt hat.
So ist etwa aus dem Paritätischen Wohlfahrtsverband die Studie des IAB – des Institutes für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung – zum Thema ALG II-Bezug ein denkbar schlechtes Statement dazu, wie deutlich Hartz IV gescheitert ist. Die Befürchtung, Langzeitarbeitslosigkeit sei eben nicht ausschließlich durch Schwierigkeiten bei der Vermittlung begründet, habe sich nun bestätigt.
Vielmehr sind es aus Sicht des Verbandes der Mangel an Jobs auf dem deutschen Arbeitsmarkt und das Fehlen der richtigen Hilfestellungen für die Arbeitslosen Hartz IV-Empfänger. In der Tat lässt sich die Studie des IAB bedenkliche Einsichten entstehen. Für Millionen Menschen ist der Weg in Hartz IV ein Weg ohne Wiederkehr.
Das lässt sich etwa daran ablesen, dass gut drei Millionen Menschen seit Beginn der Reformen namens Hartz IV in einem fort bis Ende 2007 Bezüge dieser Art erhielten. Rund 78% der Empfänger seien auf die Leistung für mindestens ein Jahr angewiesen. Für eine eigentliche als Übergangsleistung geplante Sozialleistung eindeutig zu lange.
Allein von Beginn der Reformen bis Dezember 2007 haben in Deutschland gut 12 Millionen Menschen Arbeitslosengeld II für wenigstens einen Monat bezogen. Und wer weiß, wohin sich die Lage nach der Krise auf dem Arbeitsmarkt noch zuändert.
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Angesichts der bundesweit steigenden Anzahl prekärer Beschäftigungsverhältnisse, der Ausbeutung hochqualifizierter Fachkräfte durch 1-Euro-Jobs (Hallo Wohlfahrtsverbände!), einer effizienten Verfolgungsbetreuung seitens der Arbeitsagenturen und einer permanenten medialen Hetzkampagne gegen Hass-IV-Empfänger kann von einem Fehlschlag nicht die Rede sein. Genau das wurde bezweckt. Man darf also gespannt sein, welche »notwendigen« Reformen als nächstes anstehen. Schließlich ist der deutsche Staat besonders erfindungsreich, wenn es darum geht, die Freiheit und Unabhängigkeit der Bürger systematisch einzuschränken.
@Michael Koren
Völlig richtig erkannt. Bleibt zu hoffen, daß die Drangsal für die Empfänger von Hartz IV so groß wird, daß sie keinen anderen Ausweg mehr sehen, als die (Gewalt?)-Revolte auf den Strassen.
Daß der Rubikon längst überschritten ist – schon alleine wegen des Bundesverassungsgerichtes, das buchstäblich nicht nach Gerechtigkeit gefragt hat, sondern lediglich nach derzeitiger Kassenlage des Finanzministers – ist offensichtlich.
Aber die Menschen müssen sich auch was trauen! Ansonsten werden sie im Elend versinken; nach amerikanischem Muster.
Die Steuern für Reiche müssen unbedingt erhöht werden. Die Banken haben das Geld an die Steuerzahler zurückzugeben. Eine Substanzbesteuerung für große Vermögen ist unausweichlich. Der Lebensstandart der Wohlhabenden muß fiskalisch spürbar gesenkt werden, die Umverteilung von unten nach oben umgedreht werden.