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Weniger Hartz IV für junge Empfänger?

Für Furore sorgen derzeit die Forderungen zum Umgang mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die Anspruch auf Hartz IV Leistungen vom Staat haben.

So könnte sich nicht nur der Vorstandsvorsitzende der Nürnberger Bundesagentur für Arbeit Heinrich Alt gut vorstellen, dass eigentlich nur die vermeintlichen zu hohen Zahlungen der Grund dafür sind, warum so viele junge Menschen in Deutschland keine Ausbildungsstelle suchen oder antreten.

Alt ist der Auffassung, die Zahlungen im Rahmen von Hartz IV seien schlicht zu hoch, als dass es einen echten Anreiz gäbe, um sich um eine Stelle auf dem Arbeitsmarkt zu bemühen. Die Differenz zwischen staatlicher Leistung und der Vergütung von Ausbildungsleistungen bewirke, dass viele potentielle Ausbildungsteilnehmer sich keine Stelle suche.

Von der Verschuldung vieler junger Menschen will Alt dabei scheinbar nichts wissen. Und ebenfalls nichts von den Problemen und Sorgen der jungen Leistungsempfänger, die schon zu Schulzeiten ohne Perspektive die deutschen Haupt- und Realschulen besuchen.

Der Anspruch, Arbeit belohnen zu wollen, den Alt so hochhält, ist lobenswert. Kürzungen der Hartz IV-Leistungen als Motivations-Daumenschraube für Menschen bis 25 kann jedoch die Marktbedingungen wohl kaum korrigieren. Gerade nicht in der Krisenzeit. Das sollte eigentlich vor allem bei der BA durchaus bekannt sein.

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4 Kommentare zu "Weniger Hartz IV für junge Empfänger?"

  1. Wolfgang Lippert

    Es ist doch immer wieder erfreulich!

    Wen sonst keiner ernst nimmt, und der trotzdem unter Geltungssucht leidet, der ziehe die Hartz 4 Empfänger durch den Kakao. Das macht eindruck. Zumindest bei denen, die nicht bis 12 Uhr Mittags denken können, oder bei Bild lesern.

    Schäm Dich !

  2. Wolfgang Lörcher

    Bei Hartz IV reden wir eigentlich von dem soziokulturellen Existenzminimum. Die wird aus mehreren Gründen schon heute nicht mehr erreicht.
    1. Der erste Regelsatz wurde aus der EVS 2003 abgeleitet. Diese verwendete Zahlen von 1998! Es wurden 7 Jahre Inflation unterschlagen. Zudem wurden viele normale Ausgaben der unteren 20% der Einkommensbezieher nicht voll anerkannt.

    2. Hartz IV erhöht sich wie die Rente. Dies ist grundsätzlich falsch. Will ich ein soziokulturelles Existenzminimum erhalten, muss ich die Preissteigerungen bei den eingerechneten Verbräuchen berücksichtigen und den Regelsatz dementsprechend erhöhen. Ein Hartz IV-Empfänger hat heute schon etwa 10% weniger zum Leben als 2005.

    3. Anreiz zum Arbeiten könnten gute Löhne sein. Zwischen 2000 und 2007 haben sich die Einkommen der Unternehmer real um ca. 38% gesteigert, die der abhängig Beschäftigten um 0,5% verringert.

    Ein Mensch wie Herrn Alt, der von der Realität keine Ahnung zu haben scheint, sollte aus seinem Posten entlassen werden.

  3. Christine Freund

    Ich habe eine Beratungsstelle eines Lohnsteuerhilfevereins und sehe somit ganz genau was die Menschen verdienen. So habe ich z. B. einen Bäckermeister, der Brutto 26.000 EUR verdient. Das ergibt dann netto 1.685 EUR. Der Bäckermeister hat drei kleine Kinder, so dass seine Frau nicht arbeiten kann.

    Ich kenne zwar die Hartz IV – Sätze nicht genau, aber mit drei Kinder und den Wohnungszuschuß würde der Bäckermeister ungefähr auf das gleiche Geld kommen ohne dass er nachts um zwei Uhr aufsteht um Brötchen zu backen.

    Meines Erachtens müssen die Löhne und Gehälter der Arbeitnehmer drastisch angehoben werden (was volkswirtschaftlich nicht geht) oder die Hartz IV-Leistungen müssen gesenkt werden, damit die, die noch arbeiten und etwas für den Sozialstaat tun, sich nicht ausgenutzt vorkommen.

    Ich finde, jeder der Hartz IV bekommt (fürs nichtstun) muss, wenn der die gesamte Höhe erhalten will, ein Ehrenamt nachweisen. Somit würde er auch einen Beitrag an die Gesellschaft leisten.

    • R.Schmidt

      Werte Frau Freund,
      ich habe 28 Jahre für den “Sozialstaat” in meinem Beruf gearbeitet und Steuern gezahlt. Da ich meinen Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben darf, habe ich zwischenzeitlich umgeschult, in 2 weiteren Berufszweigen gearbeitet und mich weitergebildet. Ich habe kein Ehrenamt, aber ich bekomme im Moment Hartz 4 – fürs “nichts tun” – was bin ich für ein “schmarotzendes Schwein”.

      PS: für die immer mehr sinkenden Löhne, können die Hartz 4 Empfänger nichts!
      ( und hoffentlich weiß der Bäckermeister nicht, das Sie hier vertrauliche Informationen ins Internet stellen)

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