Wer Böses denkt: Niemals kann man sich – so könnte man meinen – so gut profilieren wie in einer Phase der akuten Krise.
Wenn dann auch noch das große Wahljahr bevor steht, verwundert es nicht, dass sich die Grünen mit Forderungen für die Abschaffung des Kindergeldes in die bundesdeutsche Erinnerung der Wähler bringen möchten. Für eine Grundsicherung zum Wohle der Kinder spricht man sich in einem aktuellen Fraktions-Papier aus. Dieser Ansatz soll jedoch nicht für alle Eltern in gleicher Weise gelten. Vielmehr wünschen sich die Grünen eine Besteuerung beim Kindergeld speziell auf die Leistungsfähigkeit der Eltern zugeschnitten.
Das bedeutet im Klartext: Wer ein hohes Einkommen hat, dessen vermeintliche Kinder-Grundsicherung soll steuerlich am Ende auf nur noch 281 Euro eingeschmolzen werden. Familien, die wirklich finanziell schwach dastehen, sollen unterm Strich nach der Einführung des Systems für den Nachwuchs gut 100 Euro mehr bekommen, als es aktuell der Fall ist.
Als Basis für die Finanzierung soll die Abschaffung von bisherigen Leistungen wie dem Kindergeld, den Freibeträgen je Kind und der Kinderzuschlag ebenfalls dienen. Als erwartete Kosten errechnen die Grünen eine Summe von etwa 3,6 Milliarden Euro für die Grundsicherung für Kinder.
Kritik kommt schon jetzt auf, dass man bei den Grünen mal wieder große Forderungen stellt, von denen bereits zu Beginn klar ist, dass sie keine Chance im Bundestag haben.
