In Problembezirken deutscher Großstädte müssen sich Lehrer und Schulen mit einer mangelnden Disziplin ihrer Schüler auseinandersetzen – sofern sie überhaupt zum Unterricht erscheinen. Heinz Buschkowski, Neuköllns Bezirksbürgermeister, will die Schulschwänzer-Problematik jetzt mit neuen Mitteln angehen und zu härteren Maßnahmen greifen.
Wer seiner Schulpflicht nicht mehr nachkommt, soll in Zukunft auch kein Kindergeld mehr erhalten. Mit dem Griff ins Portemonnaie betroffener Familien will der SPD-Politiker vor allem ein Ziel erreichen, nämlich Druck auf Eltern ausüben, die sich nicht um eine angemessene Ausbildung ihrer Kinder kümmern.
Gleichzeitig forderte Buschkowski aber auch mehr Engagement seitens der Politik. “Integration funktioniert nicht als Naturgesetz von alleine. Sie braucht Lenkung”, so Buschkowski. Ziel sei es, betroffenen Familien endlich die Wertevorstellungen Mitteleuropas nahe zu bringen. Ein weiterer wichtiger Schritt wäre zudem dann getan, wenn sich endlich die deutsche Bildungspolitik den Problemen multikultureller Lebensgemeinschaften stellen würde. Statt sich nur auf die Substanzerhaltung bestehender Schulgebäude zu stützen, wäre es in den Augen Buschkowskis wesentlich wichtiger, adäquate Schulmodelle zu schaffen.
In vielen Familien mit Migrationshintergrund werden die Kinder nach Schulschluss in keiner Weise gefördert, sondern oft sich selbst überlassen. Eine Situation, in welcher die breite Masse der betroffenen Schüler fast automatisch auf dem Abstellgleis landet – „…obwohl natürlich auch in Neukölln und Wedding junge Migranten brillante Abiture ablegen.“, wie Buschkowski anerkennend im Interview feststellte. Ein Ausweg wäre die Schaffung neuer Ganztagsschulen, in denen Kinder rund um die Uhr betreut werden können und ihnen zusätzlich ein breites Freizeitangebot zur Verfügung steht.
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