Zur Zeit ihrer Gründung war sie nicht nur in NRW ein kleines Wunder in der deutschen Bildungslandschaft und ein Wagnis, dem viele Experten Anfang der 1990er Jahre kaum Überlebenschancen einräumten.
Über viele Jahre hinweg überzeugte Deutschlands erste private Universität durch innovative Konzepte und mutige Neuheiten. Doch nicht nur wegen der schwerwiegenden Vorwürfe um Unklarheiten bei der Bochumer Staatsanwaltschaft, von wo der Uni Witten/Herdecke angeblich vorteilhafte Zahlungen zugeschustert worden sein sollen, weht derzeit ein rauer Wind durch die Gebäude auf dem Campus.
Wegen fehlender Transparenz bei der Vergabe von Subventionsmitteln in Höhe von immerhin 4,5 Millionen für den Bildungsstandort Witten/Herdecke wurden die Zahlungen vom Land einstweilen vor den Feiertagen bereits gestoppt.
Nun fehlt an allen Ecken und Enden das nötige Kleingeld, das Aus droht. Gespräche mit Investoren sollen Klarheit über die Zukunft der Uni bringen, auch die Ermittlungen sollen schnell beendet sein, um die undurchsichtige Lage zu klären.
Studierende, Dozenten und Kenner des Studienalltags an der Universität fürchten bereits, dass für den Fall einer Investorenfinanzierung weitreichende Einschnitte anstehen werden, die das Studium an der Uni mit Vorreiterfunktion für das gesamte Bundesgebiet maßgeblich beeinflussen und den besonderen Geist der Lehranstalt verändern werden.
Gerade aus interdisziplinärer Sicht könnte dies eine kleine bis mittelgroße Katastrophe für alle Beteiligten und das Modell des Studiums sein in der Region.
