Es ist schon ein etwas merkwürdiges und bedenkliches Schauspiel, das sich inzwischen alljährlich seit einiger Zeit in deutschen Landen wiederholt.
Bund und Länder gegen sich hoffnungsvoll, dass man bei der Pisa-Studie zunehmend besser abschneidet. Doch was braucht es, um ein besseres Abschneiden der Schüler zu realisieren? Höhere Qualität im Studium und bessere Lehrer.
Doch gerade bei den Lehrern ist die gängige Einstellungspraxis gegenüber Nachwuchs-Pädagogen in vielen der deutschen Bundesländer wenig vorbildlich. Viele der jungen Lehrer, die endlich ins Berufsleben starten möchten, müssen inzwischen zum Sommer hin Arbeitslosengeld beantragen, um über die Runden zu kommen.
Wie das kommt, liegt nahe: Die Ländern sparen bei den Gehältern durch Arbeitsverträge, die nur bis zu den Sommerferien laufen. Für die Zeit der Ferien sind viele Lehrer dann auf das Arbeitslosengeld vom Staat angewiesen. Allein 2007 mussten bundesweit mehr als 5200 Lehrer den Gang zur Behörde auf sich nehmen.
So sparen die Länder zwar im Schnitt, doch bei Arbeitslosengeld fallen durch knapp 2900 Euro Arbeitslosengeld pro Empfänger aus den Lehrerkreisen Kosten von insgesamt gut 15 Millionen extra an, die die Arbeitslosenversicherung zusätzlich belasten.
Hoffen kann man nur, dass sich auch die anderen Ländern dem Beispiel Hessens – dem ehemaligen Negativbeispiel in Sachen Ferienarbeitslosigkeit – anschließen. Denn dort wurde schon im Mai im Landtag entschieden, dass Lehrer keine befristeten Verträge mehr erhalten werden.
