Rein familiär betrachtet ist das Elterngeld aus Sicht der meisten Nutzer und Nutzerinnen eine lohnende und zeitgemäße Maßnahme, damit beide Elternteile an der frühkindlichen Erziehung teilhaben und etwas vom Heranwachsen miterleben können.
Doch die wirtschaftlichen Aussichten, die in dieser Woche vom Institut der Deutschen Wirtschaft veröffentlicht wurden, geben nicht unbedingt Anlass zur Freude. Jedenfalls nicht für die weiblichen Elternteile. Eine nicht unerhebliche Kluft zwischen den Summen, die geschlechtsspezifisch beim Elterngeld bereitgestellt werden.
Die Differenzen bei den vormaligen Einkommen (die bekanntlich ohnehin derzeit wieder harsch diskutiert werden!) sorgen dafür, dass die Herren im bundesweiten Durchschnitt immerhin gut 973 Euro vom Staat als Unterstützung in Form von Elterngeld bereitgestellt erhalten. Ihre Partnerinnen jedoch erhalten nur etwa 590 Euro.
Und auch zwischen den Bundesländern selbst gibt es wegen des Einkommensgefälles im Lande teils drastische Unterschiede. Mütter, die ihren Anspruch auf Elterngeld geltend machen möchten, sollten am besten in Hamburg legen, dort beläuft sich die durchschnittliche Höhe auf 657 Euro. Die Herren der Schöpfung tun gut daran, den Antrag in Bayern zu stellen, denn dort bezogen die Väter in der Zeit von Januar 07 bis Juni 08 mit 1150 Euro deutlich mehr als der „Ottonormalelterngeldbezieher“.
Verwunderlich ist angesichts dieser Zahlen nicht wirklich, dass so viele Väter gerne das Elterngeld nutzen. Gerade Männer mit akademischem Background und hohem Einkommen sind die Gewinner in den aktuellen Statistiken. Seit seiner Einführung wurde das Elterngeld von gut 100 000 deutschen Männern genutzt.
