Wir berichteten selbst an dieser Stelle zum Wochenbeginn über die erfreulichen Veränderungen bei den Einschreibungen an deutschen Unis und besonders den Fachhochschulen.
Doch ohne Kritik und naheliegende Erklärungsversuche funktionieren solche Statistiken in Deutschland eben doch nicht. Von einer grundsätzlich besseren Lage wollen viele Beobachter des Bildungswesens nicht sprechen, dazu seien die Veränderungen im Bundesvergleich zu zentralisiert und nicht gleichmäßig verteilt.
Die Korrekturen beim BAföG jedenfalls akzeptieren nur weniger der Bildungsexperten als Auslöser, so wie es die Bundesregierung wohl am liebsten sähe. Der Grund sei sehr viel leichter zu erklären. Mit den derzeit auf den Campus drängenden starken Geburtenjahrgängen.
In Gänze kann dies jedoch nicht der eigentliche Grund sein, denn immerhin erreicht Deutschland fast die erhoffte 40%-Hürde bei den Einschreibungen pro Jahrgang. Im internationalen Vergleich, der bei wesentlich besseren 56% steht man allerdings noch immer eher miserabel da. In der Bundespolitik jedoch wird man schon jetzt nicht müde zu erwähnen, dass die höheren Freibeträge und die neuartige Einkommensanrechnung das Studium hierzulande schlicht viel interessanter gemacht habe.
Vor allem auch in den sogenannten MINT, zu denen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und die technischen Fächer gezählt werden. In diesem Sektor scheint das BAföG doch positive Zeichen gesetzt zu haben, denn nach Jahren des Einschreibungsrückgangs gibt es hier Gutes zu vermelden.
Nicht vergessen darf man bei aller Debattierfreude über BAföG und Studium, dass in wirtschaftlichen Ausnahmesituationen wie aktuell immer wieder ein solcher Anstieg der Studienanfänger zu beobachten ist.
