Bis vor einigen Wochen herrschten in erster Linie die Meldungen dafür vor, dass Studieren in Deutschland längst nicht mehr so beliebt bei jungen Schulabgängern sei wie noch vor einigen Jahren.
Als Grund hierfür wurden insbesondere auch die zu erwartenden Kosten in den Bundesländern mit Studiengebühren angeführt. Diese seien dafür verantwortlich, dass viele Abiturienten und Abiturientinnen sich lieber in ein Ausbildungsverhältnis begeben als auf den Campus, um ein Studium durchzuziehen.
Die nun veröffentlichen Zahlen zum noch jungen Wintersemester 08/09 drücken jedoch etwas anderes aus. Das Statistische Bundesamt gibt eine Studienanfänger-Zahl für das laufende Studienjahr von mehr als 385 000 neu immatrikulierten Studierenden bekannt. Die Quote der Studienanfänger liegt mit dem Ergebnis bei etwa 39% der entsprechenden Altersklasse.
Einen großen Anteil an den verbesserten Ergebnissen schreiben Experten auch den deutlich gestiegenen Ansprüchen auf BAföG und die neuen Vorgaben bei der finanziellen Unterstützung durch den Bund zu. So steigen die Chancen, durch einen Nebenjob nichts vom Studieninhalt versäumen zu müssen.
Somit hat die Bundesregierung ihr Ziel in Sachen universitärer Neueinstiege nahezu erreicht, erreichen wollte man nämlich eine Beteiligung von 40% am betreffenden Altersjahrgang. Die aktuelle Zahl der Erstimmatrikulationen fällt verglichen mit dem Jahr 2007 um immerhin 7% höher aus. Ein gutes Ergebnis, wenn man die großen Bedenken der Wirtschaftsvertreter und der Politiker selbst im Hinterkopf hat.
Besonders gut stehen die Fachhochschulen des Landes da, die sich über mehr als 13% Zuwachs bei den Einschreibungen freuen können. Spitzenreiter im bundesweiten Vergleich ist das schöne Saarland mit 15% mehr Neueinsteigern im Studium als noch im Jahr zuvor.
