Gegen eine Erhöhung des Kindergeldes hat beim deutschen Verband alleinerziehender Mütter und Väter sicher niemand etwas einzuwenden.
Doch man sieht die eigene Gruppe der Verbraucher deutlich im Hintertreffen im Rahmen der neuen Regelungen und drängt auf eine Korrektur der Gesetzeslage zugunsten einer wirklichen Gleichberechtigung. Um auf die eigenen Probleme aufmerksam zu machen, nutzte der Verband eine Anhörung, die der Bundestag zum Wochenbeginn veranstaltete zur Thematik.
Die Kritik des Verbands klingt ähnlich wie bei allen derzeitigen Kritikern, in deren Gruppe sich erst kürzlich der paritätische Wohlfahrtsverband einreihte: Das höhere Kindergeld komme ausgerechnet dort nicht an in Deutschland, wo es am dringendsten benötigt werde. In der Bundesrepublik gibt es laut aktuellen Zahlen etwa zwei Millionen Kinder, die in Armut leben.
Schlimm genug. Doch dass nun die neuen Summen für das Kindergeld ausgerechnet diese Familien nicht erreichen, sieht man beim Verband als Skandal an. Die meisten von Armut betroffenen Kinder leben bei nur einem Elternteil. Von der Ministerin für Familienangelegenheiten, Ursula von der Leyen, fordert der Verband der Alleinerziehenden in Deutschland nun eine Lösung für den Übergang, um die Angleichung an Familien mit Mutter und Vater vorzunehmen.
Den Zahlen des Verbandes nach erhalten die Alleinerziehenden beim Kindergeld bei bis zu zwei Kindern pro Kind im Alter bis 12 Jahren im Höchstfall fünf Euro weniger als die Paare im Lande. Beim dritten Kind unter 12 sind es sogar sechs Euro weniger. Einen einleuchtenden Grund für diese Unterschiede sieht man beim Verband nicht.
