Wieder einmal ist es das deutsche Studentenwerk in Person des Präsidenten Dobischat, das auf den nach wir vor attestierbaren Missstand in Sachen Stipendien im deutschen Universitätswesen hinweist.
Zwar habe die Arbeitsgruppe zum Thema, die auf dem Bildungsgipfel von den deutschen Wissenschaftsministern ins Leben gerufen wurde, haben die angekündigten Ideen in den verschiedenen Bundesländern bisher dennoch weitestgehend versagt, so die Studierendenvertreter.
Für ein Land wie Deutschland sei eine Stipendienquote von bundesweit zwei Prozent einfach deutlich zu niedrig. Zumindest dann, wenn man den internationalen Vergleich bemüht. In vielen anderen europäischen Ländern wie Großbritannien wird deutlich mehr für vorbildliche Studierende mit herausragenden Leistungen auf dem Campus getan als hierzulande.
Daran ändern auch die Ansätze für ein neues Stipendien-Modell des NRW Wissenschaftsministers Andreas Pinkwart nicht viel. Doch wenigstens hat der Minister die Thematik des finanziell geförderten Studiums wieder auf den Plan gerufen, nachdem lange Zeit einzig die Studiengebühren diskutiert wurden. Viele Kritiker halten das „Modell Pinktwart“ für ungerecht.
Andere wie der Generalsekretär Teufel der Studienstiftung des Deutschen Volkes hält den Ansatz für den langgesuchten Schritt in die richtige Richtung, um das Stipendium in Deutschland endlich als Fördermodell wieder salonfähig zu machen. Vor allem die Abkapselung vom elterlichen Einkommen hält man dort für überaus sinnvoll.

Zwar hat Herr Pinkwart das Thema Stipendien wieder ins öffentliche Bewusstsein gerufen, aber auch er redet nur von einer Erhöhung der Förderungsquote von 2 auf 10 Prozent. Das schlägt sich aber nicht im breiten Durchschnitt wieder, sondern in den oberen 10 Prozent – gemessen erstens an Studiennoten und zweitens vor allem an Studiengängen und Fachrichtungen. Denn die Wirtschaft, die das geld für die Unis stellen soll, fördert nun mal am liebsten, ITler, Wirtschaftswissenschaftler und Ingenieure…
Wo bleiben die Stipendien mit anderer Ausrichtung und kreativem Vergabemodus? Dabei gibt es bereits wenige interessante Möglichkeiten. Die Initiative Arbeiterkind.de z.B. oder aber das sogenannte demokratische Stipendium (http://www.absolventa.de/stipendium).
Deutschland wird langsam vom Land der Dichter und Denker zum Staat der elitären BWLer…