Die aktuellen Zahlen geben nun Aufschluss darüber, dass die Reformen des deutschen Studiensystems und die Einführung der Studiengebühren in einigen Bundesländern also wirklich etwas bewirkt haben.
Leider ist nun besagtes Ergebnis kaum mit dem zu vereinbaren, was die Bundespolitik sich eigentlich zum Ziel gesetzt hat. Eigentlich soll das Studieren in Deutschland sozial durchlässiger gemacht werden. Doch was der Vorsitzende des Deutschen Studentenwerks, Rolf Dobischat, nun im Interview anklingen ließ, lässt erkennen, wie weit die Politik von der Realität entfernt ist.
Die verstärkten Zulassungsbeschränkungen an den deutschen Unis, bis zuletzt schlechte und undurchschaubare BAföG-Regelungen und insbesondere auch die schlechte Ausstattung vieler Universitäten hat zu einer steigenden Frustrationsgrenze bei den Schülern im Lande geführt.
Äußerten 2002 noch etwa 27% der potentiellen Akademiker von morgen dahingehend, dass sie lieber eine Ausbildung absolvieren wollen als zu studieren, ist die Zahl in Umfragen bis 2006 sogar noch angestiegen, inzwischen hat gut jeder Dritte Abiturient kein Interesse mehr daran, ein Studium aufzunehmen.
Die richtige Entwicklung für ein Land, dass sich gegen den Mangel an Fachkräften stellen will, ist dies fraglos eher nicht. Auffallend ist, dass noch immer die Quote der Studierenden aus Akademikerfamilien wesentlich höher ist. „Studieren für jede Gesellschaftsschicht“ ist also auch weiterhin nur ein ehrenhafter Traum im deutschen Bildungssystem.
Nun muss sich zeigen, ob die Verbesserungen bei den BAföG-Regelungen in gewünschter Weise positiv auf die Studienabsichten kommender Abiturienten auswirken können.
