In mehrerlei Hinsicht sieht die Präsidentin des Familienbundes der Katholiken die Ansätze der Bundesregierung zu den neuen Vorgaben beim Kindergeld als sachlich falsch und zu kurz greifend an.
Die Schwierigkeit beim „neuen“ Kindergeld liege darin, dass sich das Ausmaß der Anhebung bei der Sozialleistung an den Zahlen und Fakten des neuen Existenzminimumberichts orientiere. Dieser jedoch beinhalte zum Teil schwerwiegende Fehler in sachlicher Hinsicht. Die angegeben Zahlen seien lediglich oberflächlich korrekt.
Insgesamt sei der Bericht nicht verfassungskonform, die Erhöhung des Kindergeldes dementsprechend ebenfalls nicht. Die geplante Erhöhung für das Kindergeld müsste ab dem kommenden Jahr mindestens 20 Euro betragen, darunter bliebe der gewünschte Effekt aus.
Präsidentin Bußmann wies darauf hin, dass es immer neue Tricks bei der Berechnung des Bedarfs gebe, unter denen letztlich die Kinder zu leiden haben. Kalkuliert wird das Existenzminimum für Kinder aus den Kosten für Bekleidung, Lebensmittel, Wohnen, Erziehung, Betreuung und natürlich Bildung. Insbesondere beim so genannten sächlichen Bedarf, zu dem die Ernährung und Wohnen gezählt werden, sieht der Familienbund falsche Berechnungsgrundladen, die das Ergebnis für das Kindergeld verfälschen.
So werden unter anderen beim Quadratmeterpreis für Wohnungen nur vier von eigentlich sechs Mietkostenstufen zur Beratung einbezogen, um den Preis pro Quadratmeter im Kinderzimmer zu ermitteln. Es sei endlich an der Zeit, beim Kindergeld Inflation und steigende Lebenshaltungskosten auf faire und sinnvolle Weise einzubeziehen, statt auf dem Rücken der Kinder zu Pfennigfuchserei zu betreiben.

Dankenswerterweise macht sich der Familienbund der Katholiken für Familien und gegen die Bundesregierung stark. Die im Artikel artikulierte Forderung von 20 Euro Kindergelderhöhung reicht bei weitem nicht.
Ich darf Ihnen hier vorrechnen: Ein Kind kostet nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden rund 670 Euro pro Monat. Davon zahlt der Staat 154 Euro Kindergeld, so dass den Familien über 500 Euro verbleiben, die sie aus eigener Tasche zuschießen müssen.
Bei einer Familie mit zwei Kindern, die 20 Jahre lang bei den Eltern wohnen, summiert sich das auf 500 Euro x 2 Kinder x 12 Monate x 20 Jahre = 240.000 Euro, die nur Eltern und nicht Menschen ohne Kinder bezahlen müssen.
Wie Sie der Rechnung entnehmen können, ist es mit 20 zusätzlichen Euro pro Kind und Monat nicht getan. Ich fordere hiermit die Schaffung finanzieller Gerechtigkeit für Familien, und fände angemessen, wenn sich die Kirchen an dieser Forderung laut und vernehmlich beteiligten.
Haha, die Summe ist ja klasse- warum bekommen dann H4 Empfänger diese nicht als Bedarf für die Kinder wenn diese doch so viel kosten ?? Wäre ja toll, denn trotz Arbeit bleibt am Monatsende nix übrig da Kindergeld voll als Einkommen der Kinder angerechnet wird !
Danke, daß sich der Familienbund der Katholiken für Familien und ihre Kinder stark macht.
Welche Antwort gibt das Familienministerum auf die Fragen, die der Familienbund der Katholiken öffentlich stellt?
Wir fragen uns, was bedeutet eine eventuelle Erhöhung des Kindergeldes um 20 Euro im Vergleich zu den Milliarden, die in kürzester Zeit auf Kosten des Steuerzahlers Banken zur Verfügung gestellt werden, um eine Finanzkrise zu bewältigen?
Wir erfahren, eine Steuerentlastung ist geplant für Menschen, die sich ein neues Auto leisten und kaufen können. Für wen gelten diese steuerlichen Entlastungen und wer wird mit diesen finanziellen Anreizen unterstützt? – Unzählige Familien mit mehreren Kindern werden jeden Euro dreimal umdrehen, ehe sie den Kauf eines neuen Autos wagen können.
Wir glauben, der Staat setzt Prioritäten, die für uns als Familie nicht nachvollziehbar sind.
Wir geben zu bedenken, die Lebenshaltungskosten steigen jährlich, was Familien mit Kindern in besonderer Weise und teilweise hart trifft. (Mietnebenkosten, Energie, Lebensmittel etc.)
Wir sind trotz alledem weiterhin davon überzeugt, Kinder sind die sicherste “Bank” für unsere Zukunft – und “wer ein Kind erzieht, erzieht eine ganze Welt.” (aus China)
Wir stellen zunehmend fest, dass Familien die primäre Erziehungsverantwortung in diesem Land kaum noch zugetraut wird.
Wird das Subsidiaritätsprinzip in diesem Land schrittweise und leise unterhöhlt? Bleibt die Familie als “Keimzelle des Lebens”auf der Strecke?
Auch wenn ich mich jetzt wiederhole – das Familienministerium beantwortet leider viele unserer Fragen nicht. Auch die neue Regelung des Elterngeldes, begrenzt auf 14 Monate, wird vielen Familien nicht gerecht.
Zu wünschen wäre, dass unsere Kirchenleitungen zu kontroversen Diskusssionen einladen und die Stimmen der Kinder eines Tages nicht untergehen…