Am gestrigen Abend hatte ein Zuge gerade alle Passagiere abgesetzt und war auf dem Weg ins Depot, als ein Wagon mit zwei Achsen aus den Gleisen sprang. Ausgerechnet jetzt, wo Reisende und Pendler aufgrund der umfangreichen Kontrollen und Sicherheitsmaßnahmen ohnehin schon mit enormen Verspätungen rechnen müssen.
200 Meter weit war der ICE Wehrheim Taunus gekommen und beim Rollen ins Depot sprang die Achse mit zwei Rädern aus dem Gleis. Verletzt wurde glücklicherweise niemand. Während Techniker und Ermittler der Bundespolizei noch in der Nacht nach Ursachen für die Panne suchten, fuhren die Hochgeschwindigkeitszüge wier gewohnt weiter – die Passagiere stiegen aber mit einem mulmigen Gefühl ein.
Der im Sommer in Köln entgleiste ICE hatte das Vertrauen in die Hochgeschwindigkeitszüge erschüttert, im Juni war ein Wagon mit defekter Achse aus den Schienen gesprungen. Vergangene Woche entdeckten dann Techniker einen Riss in einer ICE Radachse – wegen der darauf angeordneten Kontrollen kann die Bahn nur rund die Hälfte der sonst fahrenden Wagons einsetzen, die Folge: Züge sind kürzer und Platzmangel.
Ob der ICE in Hamburg zuvor schon kontrolliert worden war ist unklar, Techniker setzten den Zug noch in der Nacht mit hydraulischen Geräten zurück in die Schienen.
