Erst vor wenigen Tagen beklagten sich Politiker und Universitäten, dass wegen der Studiengebühren zum Teil die Bewerber ausbleiben.
Das sehen aber scheinbar nicht alle Zuständigen im Bildungswesen so. So sollen zum Beispiel im Bundesland Baden-Württemberg spätestens in drei Jahren für die Abiturienten Prüfungen Gang und Gäbe werden, die über die Eignung fürs jeweilige Studium entscheiden sollen.
Was dies bedeutet, ist offensichtlich. An den baden-württembergischen Universitäten reicht möglicherweise bald selbst ein gutes Abitur nicht mehr, um sich einschreiben zu können.
Geplant sind die Maßnahmen bisher in Studiengängen mit Zulassungsbeschränkungen, um diejenigen herauszusieben, die zwar ein gutes Abitur gemacht haben, die eigenen Fähigkeiten und das Talent für die gewünschten Studiengänge eventuell falsch einschätzen.
Nach Auffassung der Bildungspolitiker sind die Bestrebungen nicht nur sinnvoll, um das Bundesland weiter in die Spitze der Bildungselite zu katapultieren. Die andere Seite der Medaille sei, dass auch die einschreibungswilligen Schulabgänger positive Auswirkungen erfahren können.
Denn durch die Eignungstests vor der Einschreibung erhofft sich die Bildungsexperten eine weitaus niedrigere Quote bei den Studienabbrüchen, weil die angehenden Akademiker früher miterleben, was von ihnen im Studium erwartet wird.
Auch andere Bundesländer ziehen nun ähnliche Testverfahren in Erwägung. Ob die sinkenden Studierendenzahlen davon profitieren können, mag mancher kritisieren und bezweifeln.
