Entgegen aller Äußerungen aus der Politik beklagen nicht alle universitären Bildungsträger einen Rückgang bei den Zahlen der Studierenden.
Vielmehr ist das genaue Gegenteil der Fall, wenn man den Blick etwa auf die Universitäten in Bundesländern wie Niedersachsen schweifen lässt. Dort berichten die Pressestellen der Hochschulen über einen regelrechten Boom bei den Bewerberzahlen für das kommende Wintersemester. Deutlich sei die Zahl der jungen Schulabsolventen angestiegen, die sich für die Aufnahme eines Studiums interessieren oder bereits entschiedenen haben, weil sie um die besseren Aussichten auf dem umkämpften Arbeitsmarkt wissen.
Die Universitäten selbst sehen gerade auch im Bewerbungsverfahren im Online-Format einen Anreiz für die Studieninteressenten. Auf diese Weise ist den Abiturienten die Chance auf eine mehrgleisige Bewerbung wesentlich verbessert. So fällt die aufwendige Anreise zu den Einschreibungsbüros der Fakultäten weg.
Einen weiteren Erklärungsansatz sehen die Universitätsexperten auch in der Umstellung auf die internationalen Bachelor- und Masterstudiengänge. Bei diesen entfällt der Numerus Clausus, die Anwärter auf einen Studienplatz bewerben sich direkt auf einen der begehrten Plätze. In einigen Städten wie Braunschweig wurde im Vergleich zu den Vorjahren schon zum Sommerbeginn die gleiche Zahl der Bewerber erreicht, die zuvor erst zum September hin üblich war.
Inwieweit sich die Bewerber und Bewerberinnen letztlich auch für den Standort entscheiden, wird sich zum Semesterbeginn zeigen müssen. Hinzu kommt, dass die Unis der großen Zahl an Bewerbungen bessere Schulabsolventen auswählen können für die teils geringen freien Plätze.
