Arbeitslos zu sein, ist gewiss keine freudige Angelegenheit für die Betroffenen.
Spätestens durch die mehr als unpassenden Worte von Politikern wie dem Finanzsenator Thilo Sarrazin aus Berlin, der Arbeitslosen für die kalten Monate des Jahres lieber dicke Pullover empfiehlt als gute Ratschläge zu erteilen, sehen sich viele Arbeitslose enorm dem Druck der Öffentlichkeit ausgesetzt.
Aber wie sollen die arbeitssuchenden Bezieher von Arbeitslosengeld II oder Hartz IV ihren Sorgen ein erfreuliches Ende setzen? Immer mehr Arbeitslose entdecken gemeinsam mit der zuständigen ARGE und den regionalen Beratungsstellen für arbeitslose Bürger Existenzgründung mit dem Schritt in die Selbstständigkeit als beste – vielleicht auch als rettende letzte – Idee, um wieder in den „normalen“ Alltag zu finden.
Zu diesem Zweck gibt es mit den „Gründertage Hessen“ nicht nur in diesem Bundesland Veranstaltungen, in dessen Verlauf Interessierte Wissenswertes zur Selbstständigkeit erfahren können. Vielerorts bieten Arbeitsagenturen Informationsveranstaltungen und Schulungen an.
Hier lernen die potentiellen Geschäftsleute über mehrere Wochen hinweg alles über Fördermaßnahmen, das Aufstellen von Businessplänen und Buchführung, um später auf sicheren Beinen ihren Traum von der Unabhängigkeit und dem eigenen Geld leben zu können. Ganz gleich, ob es um den Gärtner-Service oder das eigene IT-Unternehmen geht.
Mittlerweile sind rund die Hälfte der Kleinst- und Kleingründungen hierzulande von Menschen umgesetzt, die vormals vom Arbeitslosengeld abhängig waren. Das nennt sich wohl „aus der Not eine Tugend machen“.

Natürlich sind Veranstaltungen, die Wissen vermittlen immer gut. Jedoch sehe ich für Selbständigkeit aus der Arbeitslosigkeit ein prinzipielles Problem. Jeder erfahrene (Klein)unternehmer weis, daß ein Geschäftsstart ohne ausreichendes Startkapital oft wieder in Not, Schulden und wieder in Arbeitslosikkeit endet. Ganz einfach weil das Geschäftleben nun einmal auf und ab geht und auch für diejenigen mit guter Geschäftsidee oft schon der Ruin vorprogrammiert ist, bevor es so richtig begonnen hat, weil Tiefen nicht ausreichend ausgepuffert werden können und dann sehr schnell der Abwärtsstrudel kommt. Und wenn dann ein solcher Selbständiger in wirtschaftliche Not gelangt und leider wieder Hartz IV als Existenzminimum beantragen muß, stellt er fest, daß es zwar für das Finanzamt nur eine Sorte von Selbständigen gibt, jedoch die ARGE mit Hilfe der Arbeitslosengeld/Sozialgeldverordnung vom 17.012.2007 genau diese Gruppe von Selbständigen mit Hartz-Bezug nun endgültig den Garaus machen will. Ich appeliere also hiermit, sich mit dieser Verordnung zu beschäftigen und mit allen Mitteln dazu beizutragen, daß diese Verordnung beseitigt wird. Dazu müssen alle politischen und juristischen Wege genutzt werden.