Eigentlich hätte die Politik sich denken können, dass die veränderte Lage beim Elterngeld nicht ausschließlich positive Auswirkungen haben wird.
Das Institut für Wirtschaftsforschung aus Halle hat sich mit der Situation beim Bezug von Elterngeld befasst in einer neuen Studie. Mit einem aus Unternehmersicht nicht ganz unbedenklichen Ergebnis. Die Tatsache, dass immer mehr Männer die Chance nutzen, Elterngeld zu beziehen und für bestimmte Zeit aus dem Arbeitsleben auszusteigen, um sich der Kindererziehung widmen zu können, findet so mancher Unternehmer wenig erbaulich.
Allein von 2006 auf 2007 hat sich die Männer-Quote beim Elterngeld auf über 12% geschraubt. Wissenschaftler rechnen nun damit, dass schon im kommenden Jahr Männer für die Hälfte aller geburtsbedingten Ausfälle bei Mitarbeitern verantwortlich sein werden.
Dies stellt Unternehmen vor gänzlich neue Voraussetzungen etwa in Vorstellungsgesprächen.
In erster Linie aber einmal, das ist das positive Ergebnis der Studie und die naheliegende Auswirkung, erhalten Frauen durch die Gleichberechtigung eine stärkere Position beim Einstellungsverfahren.
Männliche Kandidaten vorzuziehen, weil sie nicht wegen Geburten ausfallen, ist nun nicht unbedingt entscheidend bei freien Jobs. Ein Trostpflaster für die Personalabteilungen ist zudem, dass die Herren der Schöpfung weitaus kürzere Zeiten des Ausfall haben, wenn sie sich für die Kindererziehung und das Elterngeld entscheiden.
