Jüngst wurde eine Studie des Hochschul-Informations-Systems (HIS) in Deutschland durchgeführt, die zu verblüffenden Ergebnissen gekommen ist. Demnach ist die Studentenförderung so undurchsichtig und kompliziert gestaltet wie in keinem anderen Land auf der Welt. Außerdem profitierten Studenten mit reichen Eltern fast im gleichen Maße davon wie Studenten aus armen oder einfachen Familien. Als Basis wurde nicht nur die Leistung nach BAföG angenommen, sondern auch entsprechende Ausbildungs- und Unterhaltsfreibeträge.
Nach dieser Studie bekommt ein Student aus einfachen Verhältnissen ungefähr 5.720 Euro pro Jahr , während es Studenten aus reichem Hause im Schnitt auf 5.136 Euro bringen. Durch die Tatsache, dass die Eltern von Studenten von vielen Steuererleichterungen profitieren können, begünstigt diese Entwicklung. Astrid Schwarzenberger, Leiterin dieser Studie, sagte zudem, dass die Unterstützung für Studenten insgesamt nirgends so hoch sei wie in Deutschland.
Insgesamt betrachtet ist also auch das BAföG nur eine Zahlung, die im Endeffekt einen Ausgleich bei der Förderung darstellt, damit Studenten aus ärmeren Verhältnissen nicht über die Maßen benachteiligt sind. Durch die steuerlichen Vorteile bei reichen Eltern wird nämlich eine genau gegenteilige Wirkung erzeugt, die soziale Unterschiede sogar noch forciert.
