In Nordrhein-Westfalen ist, entgegen aller Befürchtungen, dass die Zahl der Studienanfänger aufgrund der Einführung der Studiengebühren sinken könnte, die Zahl der Erstsemester sogar stark angestiegen.
Mittlerweile erheben in Nordrhein-Westfalen 28 der 33 Hochschulen Studiengebühren in Höhe von bis zu 500 Euro. Trotz der Erhebung der Studiengebühren konnte man nun einen Rekord bei der Zahl der Studienanfänger verzeichnen. Insgesamt kletterte die Zahl der Erstsemester auf beachtliche 68.000.
Dabei konnte ein Anstieg der Anfängerzahlen bei praktisch fast allen Hochschulen verzeichnet werden. Teilweise lag der Anstieg bei manchen Hochschulen bei über 20% – zum Teil sogar bei über 25%. Einzig an den Unis Bonn, Köln, Bochum und Münster sanken die Anfängerzahlen. Hier allerdings auch nicht dramatisch. In Köln beispielsweise hielt sich der Rückgang mit 2 Prozent in Grenzen. Einzig der Rückgang der Studienanfänger in Bochum, mit 8,6 Prozent, muss als überdurchschnittlich bezeichnet werden.
Andreas Pinkwart (FDP), der Wissenschaftsminister und stellvertretende Minister Nordrhein-Westfalens, erklärte allerdings laut einem Bericht der “WestfalenPost“, dass diese Unis in den letzten Jahren weit über ihre eigentlichen Kapazitäten ausgebildet hätten und nun würden diese weniger Studierende aufnehmen. Das sei, so Pinkwart, nachvollziehbar, denn damit sichere man die Qualität der Lehre.
Im Gegensatz zu den steigenden Zahlen bei den Studienanfängern sank die Gesamtzahl der Studierenden um 1 Prozent auf nunmehr 463.590 Studenten.
Andreas Pinkwart hat für den Rückgang auch gleich zwei Erklärungen. Zum einen, so Pinkwart, hätten mehr Studenten ihr Examen abgelegt, um Studiengebühren zu sparen. Zudem hätten viele Studierende auch die Hochschulen verlassen, welche nur noch “pro forma“ eingeschrieben waren, also nicht mehr aktiv ihr Studium verfolgt haben.
